Französisch-Wettbewerbe

Der Erste Weltkrieg im Spiegel von Feldpostbriefen der Soldaten -
Ein grenzüberschreitendes Schülerprojekt

Das Jahr 2014 stand für Frankreich im Zeichen des Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, den die Franzosen "La Grande Guerre", den großen Krieg, nennen. Anlässlich dieses historischen Ereignisses, das auch die deutsch-französischen Beziehungen zutiefst erschütterte, hatten die französische Botschaft, das Deutsch-Französische Jugendwerk und zahlreiche andere Institutionen einen Schülerwettbewerb ausgeschrieben. Alle Förderer fühlen sich der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich verpflichtet. Das Thema "Der Erste Weltkrieg aus deutscher und französischer Sicht" ließ den Teilnehmenden viel Freiheit. Die neunten Klassen der Leibnizschule untersuchten in einem fächerverbindenden Projekt im Französisch- und Geschichtsunterricht Feldpostbriefe deutscher und französischer Soldaten.

Die Briefe boten - trotz Zensur - direkten, lebendigen Einblick in die Gedanken derer, die an vorderster Front das Grauen des Kriegs erlebten. Die Schülerinnen und Schüler suchten in den Originaltexten nach Beschreibungen des Kriegsalltags oder der Haltung der Soldaten zum Krieg und zum Gegner. Sie fragten, mit welcher Haltung die Soldaten in den Krieg zogen, ob sich in den Briefen im Lauf der Jahre ein Stimmungswandel zeigte, ob sich das Bild vom Gegner veränderte.
Gleichzeitig arbeiteten Schülerinnen und Schüler an der französischen Partnerschule in Grosbliederstroff (Lothringen) am gleichen Thema. Beim Besuch der Franzosen an der Leibnizschule, der jedes Jahr stattfindet, fügten sich die Puzzleteile dann zusammen:

In gemischten Arbeitsgruppen erstellten die Schülerinnen und Schüler in intensivem Austausch auf Deutsch und Französisch aussagekräftige Plakate, Interviews und Videos. Sie versetzten sich so in die Lage der Soldaten und fühlten sich in das Erleben nicht nur einer anderen Generation sondern auch der Vertreter der anderen Nation ein.
Die Produkte wurden an die französische Botschaft in Berlin versandt. Sie brachten bei der Vielzahl der Einsendungen aus der gesamten Bundesrepublik zwar keinen Platz auf dem Siegertreppchen aber eine lobende Urkunde und einen Preis in Form von deutsch-französischen Wörterbüchern für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Der ideelle und pädagogische Wert dieser Projektarbeit liegt dabei in den Lernenden selbst - er lässt sich am besten in den sorgfältig gestalteten Produkten erkennen.