Interessante Berufe und wie man hineinkommt - die Journalismus-AG fragt nach

Drei Polizeibeamte auf Streife - die Polizei möchte so ansprechbar für Bürger sein und Verbrechen allein schon durch Präsenz vermeiden helfen.

Teil I - Als Polizist in Frankfurt unterwegs

"Hallo, ich bin Eric Baitinger und 55 Jahre alt. Ich arbeite seit 36 Jahren im Dienst der Polizei. Im Moment bin ich stellvertretender Dienststellenleiter am 17. Revier in Frankfurt. Davor war ich 22 Jahre im Schichtdienst und acht Jahre an verschiedenen Dienststellen“, so stellt sich Baitinger vor, als drei Mitglieder der Journalismus-AG ihn interviewen. Wir wollen wissen: War es schon immer sein Traumberuf?

Würde er wieder Polizist werden? „Ja, es war mein Traumberuf.“ Er macht eine Pause. „Ich bin jetzt diesen Weg gegangen, aber würde es nicht nochmal machen. In diesem Beruf sieht man viele Dinge, die psychisch nur sehr schwer zu verkraften sind - Todesfälle, Opfer von Straftaten, auch Kinder, denen Leid angetan wurde, heftige Unfälle etc.“

Der zweite Polizist, den wir befragen, ist Oliver Amelang. Er steht gerade am Anfang seiner Karriere, denn er arbeitet erst seit sechs Monaten in Höchst - einem der Schwerpunkt-Reviere Frankfurts. Auch ihn fragen wir, ob es sein Traumberuf war und ob er nochmal den Weg einschlagen würde. Er antwortet: „Es war nicht mein Traumberuf. Mein Hobby ist Technik in der Flugfahrt und ich hatte schon eine Ausbildung dazu angefangen.“ Dies habe ihn jedoch nicht erfüllt und er habe zur Polizeiausbildung gewechselt. Wie wird man denn Polizist? „Man muss als erstes sein Abitur schaffen“, erklärt der 27-Jährige. „Danach überlegt man sich, welchen Weg man bei der Polizei gehen möchte und kurz darauf fängt man auch mit dem Studium an. Dies ist etwas ganz anderes als ein normales Studium, denn man hat abwechselnd Praxis und Theorie für den Dienst als Polizist“, fährt Amelang fort.

Die braucht man auch, wenn man 50-80 Einsätze in 24 Stunden in dem Revier in Höchst bewältigen muss. Dabei gibt es nicht nur kleinere Einsätze, wie zum Beispiel die Katze vom Baum zu holen, sondern auch größere. Sie haben also am Tag vom Mord bis zum Rohrbruch alle Arten von Einsätzen dabei. „Häufig werden wir auch zu Nachbarschaftsstreitigkeiten gerufen. Daran merkt man auch, dass Menschen nicht miteinander kommunizieren können und somit sind wir ihre Kommunikatoren“, merkt Eric Baitinger an und sein Kollege nickt. Hat sich denn schon jemand selbst gestellt? „Ja klar, schon öfter ist ein Täter reingekommen und sagte z.B.: ,Ich glaube, ihr sucht mich.‘ und legte seine Waffen auf

den Tresen. Für Außenstehende klingt das nach einem ziemlich spannenden Alltag. Eine Kollegin kommt dazu und sagt zu Oliver Amelang: „Verkehrsunfall mit Fahrerflucht.“ Der steht sofort auf – und ist wieder im Einsatz. "Finden Sie, dass Ihr Ansehen in der Gesellschaft gut ist?" Diese Frage findet Baitinger schwierig zu beantworten: „Die Menschen verbinden uns mit schlechten oder auch schlimmen Situationen, auch, wenn wir ihnen geholfen haben.“

Zum Schluss wollen wir noch wissen: „Ist die Situation in der Corona-Pandemie für Sie im Polizisten-Alltag schwierig? Denn Sie müssen ja die Corona-Politik durchsetzen.“ Baitinger antwortet, dass sie die Exekutive im Staat sind und somit ausführen, was die Legislative vorgibt. „Wir tun das auch, wenn wir selbst persönlich nicht der Meinung sind, denn das ist unsere Aufgabe. Dennoch ist es das beste Staatssystem, das ich auf der Welt kenne.“

Neben allem Schweren: Was ist gut gelaufen beziehungsweise läuft gut? „Ein sehr schöner Moment war, als ich die Verkehrserziehung im

Kindergarten unterrichten durfte. Bei einer anderen Situation musste ich auch schon Tränen lachen.“ Leider darf er nicht erzählen, was passiert ist. Dann fasst Baitinger 36 Jahre Polizeierfahrung zusammen: „Das Wichtigste ist das Team! Hier sind Leute bereit, anderen zu helfen und dabei ihre Kollegen und Kolleginnen zu beschützen. Wenn das Team gut ist, kann man auch das Schlimme einfacher verkraften.“ Wenn er in Kürze als Dienststellenleiter ins Frankfurter Ostend wechseln wird, wird Erik Baitinger also ein besonderes Auge darauf haben, dass sein Team sich gegenseitig immer unterstützt. Von Jana Rossius

Fragen und Antworten

Wie wird man Polizist?

Um Polizist zu werden, braucht man zuerst einmal einen Schulabschluss. Es gibt eine Einstellungsberatung, bei der sich Interessenten informieren können. Sie wählen dann einen Bereich aus (Schutzpolizei oder Kriminalpolizei). Es gibt außerdem einen mehrtägigen Einstellungstest, bei dem unter anderem bei einer Sportprüfung die erforderliche körperliche Leistungsfähigkeit für die Anforderungen des Polizeiberufs festgestellt wird.

Wie sieht die Ausbildung aus?

Die Ausbildung ist dann der nächste Schritt, um als Polizist durchzustarten. „In dieser Ausbildung gibt es viele praktische Anteile und insgesamt vier Praktika, die teilweise mehrere Ausbildungsstationen enthalten“, so Oliver Amelang, welcher seit sechs Monaten im Polizeidienst tätig ist. Auf seiner Schulter bemerken wir einen eingenähten Stern. Herr Amelang erklärt uns, dass die Sterne den Dienstgrad zeigen. Bei guter Leistung, Eignung und Befähigung kann man befördert werden und so einen höheren Dienstgrad bekommen.

Welche Bereiche gibt es bei der Polizei?

Bei der Hessischen Polizei gibt es neben Schutz- und Kriminalpolizei auch noch die Bereitschaftspolizei. Diese ist bei Großveranstaltungen wie Demonstrationen und Fußballspielen im Einsatz, sie unterstützt bei Strafverfolgungen und Hausdurchsuchungen. Die Bereitschaftspolizei schickt Spezialkräfte zur Beweissicherung und Festnahme oder hilft bei Katastrophen wie Überschwemmungen.

Beschäftigte in Hessen
Insgesamt circa 18.000 Beschäftigte in Hessen, Frauenanteil 26% (Bei Studierenden 32%)

Polizeialltag/Arbeitszeiten

Theoretisch: 12 h Tagdienst, 12 h Nachtdienst, danach 3 Tage frei. Die Realität ist aber ganz anders, Polizisten machen viele Überstunden. Eric Baitinger hat im Laufe seines Berufslebens unzählige Überstunden angesammelt. Auch Oliver, der relativ neu ist, hat schon viele Überstunden gemacht. Kein Wunder: Egal ob nachts oder tagsüber, die Polizei ist immer an Ort und Stelle. Damit das so ist, gibt es bei jedem Beamten Tag- und Nachtschichten.

Nach dem Interview spüren wir, wie schwer es als Polizist ist.               Von Clark Noeding

 

Berufe im Interview - Teil II: "Das Schöne am Lehrerberuf sind die Schüler und die Kollegen"

Das zweite Interview unserer dreiteiligen Reihe ging um den Lehrerberuf. Wir bekommen diesen Beruf täglich mit, aber ist er wirklich so wie er uns scheint? Dazu befragen wir Frau Wolf genauer.

Frau Wolf unterrichtet bei uns an der Schule schon fünf Jahre in den Fächern Deutsch und Erdkunde. Im Moment ist sie auch die Klassenlehrerin einer 8.Klasse. Ihr Traumberuf ist das Lehramt schon immer gewesen,

jedoch war es nicht der einzige Traumberuf, den sie hatte. Trotzdem hat sie sich für diesen Weg entschieden. Frau Wolf sammelt viele gute Erfahrungen mit Schülern, zum Beispiel erlebt sie Begeisterung und Spaß am Unterricht von Schülern. Wir fragen, welche negativen Erfahrungen sie gesammelt hat und was die Nachteile an ihrem Beruf sind. Frau Wolf antwortet darauf: „Wenn ich negative Erfahrungen sammle mit Schülern, sind die meist, dass ich streng sein muss und nicht locker beim Unterrichten sein kann.

Der einzige Nachteil ist eigentlich, dass die Arbeit nie zu Ende geht, da man immer ein paar Dinge für die Schule erledigen muss. Denn nach dem Unterricht muss man nachbereiten und wieder für den nächsten Unterricht vorbereiten."

Die Vorbereitung beziehungsweise Nachbereitung wird immer größer, je höher die Stufe geht und somit auch anspruchsvoller und anstrengender für die Lehrkräfte. Außerdem muss man auch Notizen für die Noten der Schüler und Schülerinnen aufschreiben und natürlich auch die Arbeiten und Tests korrigieren.“ Es gibt wiederum auch Vorteile. Einer davon ist, dass man sich selbst die Zeit einteilen kann, antwortet Wolf. „Schöne Seiten am Lehrerberuf sind die Schüler und Schülerinnen und das Kollegium“, berichtete Carolin Wolf. Zu unserer Frage, was sie als Ausgleich macht, bekommen wir die Antwort: Als Ausgleich zum Beruf habe ich meine Familie, meinen Freund und meinen Hund. Nebenbei mache ich dazu auch Sport.“ Wir fragen auch neugierig, ob die Fachwahl noch die gleiche wäre, gäbe es eine Neuwahl der Fächer. „Die Wahl meiner Unterrichtsfächer wäre noch immer gleich, würde man sie neu wählen“, erklärte uns Wolf. „Was wollten Sie schon immer mal loswerden?“, wollen wir neugierig wissen. Wolf antwortete auf diese Frage, dass sie immer zu den Schülern sage, was sie zu ihnen sagen möchte und somit nichts auf dem Herzen habe.

Jana Rossius, 8b

Der weite Weg zum Lehrerpult

Die Ausbildung für den Lehrerberuf ist sehr umfangreich. Es gibt drei Studienbereiche bei der Ausbildung. Zum einen die beruflichen Fachrichtungen, die schulischen Fächer und natürlich die Pädagogik. Für die weiterführenden Schulen studiert man zwei Fächer in den vielen Jahren der Ausbildung. Bei der Ausbildungszeit kommt eine ganz schön große Summe zusammen denn die Regelstudienzeit beträgt 10 Semester. Nach dem Masterabschluss hat man aber noch 18 Monate Vorbereitungsdienst abzulegen und zehn Wochen Praktikum absolvieren die angehenden Lehrer und Lehrerinnen auch. Jedoch ist die Ausbildung Ländersache und je nach Bundesland sieht auch die Art der Lehrerausbildung anders aus. Auch die Schulform beeinflusst das Studium. So unterscheidet sich die Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen erheblich von der Ausbildung für das Lehramt am Gymnasium. Den Unterschied sieht man auch beim Gehalt. Denn Grundschullehrer und -lehrerinnen bekommen anfangs brutto 3.481 Euro im Monat, wobei Lehrer und Lehrerinnen, die an einem Gymnasium unterrichten, brutto fast 4.000 Euro. (jr)

Berufe im Interview - Teil III: Kriminologie: ein gefährlicher und zugleich spannender Beruf

Du bist neugierig und interessierst dich für verschiedene und komplizierte Verbrechen? Dann wäre der Job als Kriminologe/in eine gute Wahl für dich. Doch was brauchst du dafür und womit beschäftigt man sich genau?

Anders als Polizist/innen beschäftigst du dich mehr mit den soziologischen und psychologischen Hintergründen als mit dem Tatort selbst. Du versuchst zum Beispiel, Täterprofile zu erstellen und/oder studierst auch kriminelle Verhaltensmuster. Dazu gehört auch, dass du dich mit familiären und/oder kulturellen Rahmenbedingungen befasst. Den Großteil deiner Arbeitszeit verbringst du im Büro, wo du Bankendaten, Täterprofile sowie auch andere kriminologische Berichte analysierst. Du kannst in öffentlichen Einrichtungen, bei Beratungsstellen oder in der Forschung beschäftigt sein, sowohl bei Gerichten und Justizanstalten als natürlich auch im Kriminaldienst. Für ein kriminologisches Feld, das ständig wächst, interessiert sich die Kriminologie-Studentin Diana Selck: Verbrechen oder Vergehen in sozialen Medien. Sie erzählt in einem Interview von ihrem Studium und einem Praktikum in diesem Bereich.

Um das alles erfüllen zu können, musst du folgende Voraussetzungen mitbringen: Investigative Neugier, analytisches Denkvermögen, emotionale Belastbarkeit, psychische Stärke, Freude im Umgang mit Statistiken und Datenbanken und ein polizeiliches Führungszeugnis.

Du kannst in Deutschland Kriminologie nur an Universitäten belegen, was nicht so einfach ist, da man es nur in weniger als zehn Universitäten belegen kann. Der Schnitt, den du dafür benötigst, liegt bei mindestens 2,1. Um es zu studieren, brauchst du in der Regel ein abgeschlossenes Bachelorstudium, da das Kriminologie-Studium nur im Master angeboten wird. Das kann also ein Abschluss in Jura, Psychologie oder forensischer Psychiatrie sein. Mit einem Abschluss in Soziologie oder in Politikwissenschaften geht es auch. Die Regelstudienzeit der meisten Master-Studiengänge beträgt vier Semester.

Dein Gehalt als Kriminologe/in wird nach deiner Berufserfahrung und nach dem Umfang deiner Kompetenzen eingeordnet und liegt zwischen 3400 und 5200 Euro brutto im Monat.

Kannst du dich in den aufgezählten Punkten wiedererkennen? Dann wärst du für diesen Job geeignet. Text: Raya Koleva (8e)

 

Journalismus-Projekte

Immer häufiger kommt die Sonne raus - höchste Zeit, um euch unsere Lieblingsplätze in Höchst zu verraten

Die Brücke über der Nidda:

Der perfekte Ort, um einfach mal loszulassen, nachzudenken und runterzukommen. Das Vogelzwitschern und das Wasserrauschen entspannen. Die Bäume bewegen sich im Wind. Es gibt keine Menschenmenge um einen herum, die nerven könnte. Und wenn da mal jemand vorbeiläuft, kommt er oder sie friedlich über die Brücke. Während wir ein paar Fotos schießen, scheint uns die Sonne ins Gesicht. Freunde treffen sich dort und genießen die Zeit miteinander. Wir schauen uns gemeinsam die weißen Schwäne und die Enten an. Trotz unserer Probleme bringt uns dieser Ort zum Lächeln. Deswegen ist dieser Ort unser Lieblingsort. (Miradie Gora und Alexandra Darde)

Unser kleiner Geheimtipp:

Man hört die Vögel zwitschern und besonders im Sommer ist es dort angenehm warm und sonnig. Mit Getränken kann man sich dort auf den bequemen Holzliegen sehr gut entspannen. Worüber wir reden? Über einen Teil unserer eigenen Schule.

Den Vorplatz des BikuZ. Dieser ist in Höchst äußerst beliebt. Nicht selten sieht man dort Jugendliche, die sich dort unterhalten. Falls man nicht so viel Zeit hat, sich es richtig gemütlich zu machen, kann man sich an einigen Stellen einfach im Stehen anlehnen. Am Rand des Platzes ist auch für Natur noch Platz. Dort ist eine Reihe von Bäumen gepflanzt, die dem modernen Bau des BikuZ und dem Vorhof einen Touch von Natur geben. Nun zum BikuZ selbst. Dies steht genau nebenan - ein weiterer Vorteil dieses schönen Ortes: So kann man sich als Schüler an freien Nachmittagen in der Bücherei ein Buch ausleihen und dieses dann auf einer der Liegen lesen. Zusammen mit der angenehmen Atmosphäre kann das Balsam für die Seele sein. Alles in allem ist dies ein leicht mit dem Fahrrad und zu Fuß erreichbarer Geheimtipp in Höchst. (Cedric Lehmann)

Höchst. Wie kann man das nur beschreiben?

Eine Gasse, menschenleer, vielleicht mal ein zwitschernder Vogel, sonst Stille, mein erster Gedanke ist: "Wie Frankreich." Irgendwie ist es wie im Film, ein kühler und frischer Steingeruch zieht mir in die Nase, vor meinen Augen mischen sich bunte, unterschiedlich große alte Häuser, die die Gasse mit einer gewissen Art von Leben füllen. Das ist Höchst für mich. Höchst ist ein kleiner Teil von Frankfurt, der aber von unfassbar viel Leben erfüllt ist. Das Herz von Höchst ist die kleine Altstadt, das Schloss, der Vorhof, der Marktplatz und die Menschen, die diesen Ort zu etwas ganz Besonderem machen. (Dorothea Endl und Leni Michael).

Ort der Ruhe und Gelassenheit:
Der Main.

Einmal raus an die frische Luft und wieder rein in den Alltag. Dies ist mir aufgefallen, als ich heute am Main entlanggelaufen bin. Es gibt Sitzgelegeheiten, wenn man sich einfach mal zurücklehnen möchte. Man hört die Vögel zwitschern und manchmal erkennt man auch, wer da singt. Das ein oder andere Eichhörnchen sieht man auch, wie es seine Wintervorräte wieder ausgräbt.

Man kann das Rauschen des Windes in den Bäumen genießen, der manchmal auch die Blätter auf dem Boden tanzen lässt. Fahren Schiffe über den Main, erklingt das Plätschern der Wellen, das man voll und ganz genießen kann. Würde man es in Emotionen ausdrücken, liegt auf allem hier am Ufer eine große Ruhe und Gelassenheit. (Lara Jüptner).

Traumtee:

Es duftet nach gutem Tee. Die große, weiße Tasse steht auf einem wackeligen Blechtischchen und lädt zum Hinsetzen ein. Sonne erreicht die winzige, ummauerte Terrasse nur am hohen Mittag, wenn die Strahlen senkrecht in die schmale Antoniterstraße zwischen Höchster Markt und Bolongarostraße fallen. Jetzt ein Buch, eine halbe Stunde Zeit, eine weiche Decke, ein Stuhl… Das wäre mein Lieblingsplatz…. wenn er nicht zu einem Privathaus gehören würde, wenn nicht noch Winter wäre und Blechtisch, Buch und Tee noch Phantasie. Einladend ist sie trotzdem, die Terrasse im Puppenstubenformat. (Frau Schirrmacher)

Die Schiffsmeldestelle meldet: Frühling!

Die Wiese, die im Sommer als Stellfläche für die Liegestühle und die kleinen Tische der Schiffsmeldestelle dient, ist jetzt, im Frühling, gerade dabei, sich vom Frost zu erholen. Sie sieht noch ein bisschen matt aus, so, als würde sie sich an den Schnee erinnern, über den viele Kinder mit ihren Schlitten juchzend gerutscht sind. Wenn der ersehnte Sommer endlich anklopft, es draußen wieder warm wird und die Vögel wieder zwitschern, lädt dieser Platz dazu ein, sich mit Freunden zu treffen, eine Kleinigkeit zu essen oder bloß alleine etwas Sonne zu tanken. Dann riecht man den Duft der Blumen, die vereinzelt auf der Wiese stehen, man lässt sich von der leisen Lounge-Musik tragen und lauscht dem Plätschern des Wassers gegen die Kaimauer. (Philipp Siegler)

Hässliches Frankfurt? – Schönes Frankfurt!

Nach mehr als einem Jahr Bauarbeiten scheint das Ende des Leidens in Sicht zu sein

Höchst. Der Busbahnhof am Höchster Bahnhof wird grundsaniert. Seit mehr als einem Jahr suchen sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer täglich neu ihren Weg durch das Labyrinth von rot-weißen Bauzäunen. Anwohner und Ladenbesitzer sind verärgert, die Baustelle ist laut, schmutzig und vergrault die Kundschaft. Doch das Ende der Baustelle scheint in Sicht zu sein: Seit Mitte September 2018 schließt sich eine Grube nach der anderen. Fahrspuren aus Asphalt werden sichtbar. Die Journalismus-AG der Leibnizschule konnte gerade noch einen Blick in die Unterwelt werfen und hat dazu den Bauleiter vor Ort, Jörg Gutjahr, sowie Passanten und Ladenbesitzer interviewt.

„Wir arbeiten hier seit Oktober 2017, Ende 2019 sind wir fertig“, stellt Jörg Gutjahr in Aussicht. Das Projekt heißt „Schönes Frankfurt", verrät das riesige Bauschild vor dem Bürgeramt Höchst auf der anderen Straßenseite. Doch „schön“ ist nicht das Wort, das einem angesichts der Löcher im Boden, der Bagger, Schotterhaufen und herumliegenden Rohre einfällt. Und: Es stinkt nach Kanalisation und heißem Gummi. Eineinhalb Meter tiefer steht der Mann in einer Grube, der das Gummi stinken lässt. Er hantiert mit einer Art Flammenwerfer und verschweißt Kabel-Ummantelungen. Doch Vorsicht – dieses Kabel versorgt den gesamten Bahnhof mit Strom. Da darf kein Fehler passieren. Täglich arbeiten hier sechs bis acht Bauarbeiter, rund acht Stunden plus Pause. „Dieser Sommer war perfekt, um zu bauen“, erzählt Gutjahr erfreut. „Tödlich ist es jedoch, wenn es richtig anfängt zu regnen. Da kann ich meine Leute nur noch nach Hause schicken.“

Manches Mal im vergangenen Jahr hätten vor allem Ladenbesitzer die Bauarbeiter gern für immer nach Hause geschickt. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelt nicht nur Mehmet Urguszuklu, der die Pizzeria, den Dönerladen und den Kiosk an der Dalbergstraße besitzt: „Es gibt viel Dreck und ich verliere Kundschaft“, erklärt er und schaut dabei etwas genervt auf den Bordstein vor seiner Ladenzeile, der deutlich schmutziger ist als andere Bordsteine in Frankfurt. „50 Prozent meines Umsatzes habe ich eingebüßt!“ Ganz Ähnliches berichtet der Bäcker, der früher einen festen Laden vor dem Bahnhof hatte. Seit einem Jahr bietet er nur noch die Hälfte seiner belegten Brötchen und des duftenden Süßgebäcks in einer Art Wohnwagen an. „Mich hat der Bau sehr gestört!“, schimpft er. „Ich habe zuerst viele Kunden verloren, die Arbeiten haben viel zu lange gedauert!“ Seit Kurzem aber hat er seinen Wagen direkt vor den Bahnhofseingang gestellt – und auf einmal bilden sich wieder Schlangen. Eine Friseurin, die ihren Laden an der Ludwigshafener Straße hat, nennt die Bauarbeiten „eine Katastrophe“. Auch sie jammert über Lärm und Dreck. Doch Kunden habe sie keine verloren. Haare wachsen immer.

Die Baustelle in Zahlen

  • Im Winter 2019 sollen die Arbeiten an der Baustelle in Höchst abgeschlossen sein.
  • Der Umbau des Bahnhofsvorplatzes im Süden des Bahnhofsgebäudes kostet 4,6 Mio. Euro. Größtenteils trägt sie die Stadt Frankfurt. Der Main-Taunus-Kreis trägt 1,9 Mio. Euro.
  • Die Bauarbeiten im Norden des Bahnhofsareals sind abgeschlossen (Beginn: 2014), die Bahnsteige und die Unterführung sind saniert, die Arbeiten im Süden laufen seit Oktober 2017.
  • Je nach Quelle nutzen 25.000 bis 45.000 Fahrgäste täglich den Bahnhof in Höchst.
  • Die Sanierung des Empfangsgebäudes will die Bahn im Jahr 2020 angehen

Umziehen musste schließlich auch der Laden, der seit dem Umzug sein Markenzeichen, die grasgrüne Farbe, deutlich  sichtbar an der Ladentüre in der Leverkuser Straße angebracht hat: Fahrrad Kriegelstein. „Der Umzug war stressig und teuer, viele Kunden haben gedacht, wir sind weggezogen“, sagt ein Mitarbeiter. "Doch die Kundenzahl pendelt sich langsam wieder auf die Zahl vor dem Umzug ein." Stellfläche für reparaturbedürftige Räden hätten sie verloren, dennoch könne man hier besser arbeiten, es sei von der Straße her ruhiger.

Bauleiter Jörg Gutjahr ist all diese Kritik gewöhnt. Der gelernte Straßenbauarbeiter und Industriemeister hat schon an vielen Großbaustellen in Frankfurt Hand angelegt, zum Beispiel am Skyline Plaza. Während Mehmet Urguszuklu und seine Händerkollegen zurzeit nur Löcher, Schutt und Chaos wahrnehmen, hat der erfahrene Polier den fertigen Bahnhofsvorplatz schon im Kopf. Er sieht vor seinem inneren Auge, wo demnächst Busse über glatten Asphalt rollen, wo Fahrgäste auf der neuen, breiten Warte-Insel stehen werden. Was mag Gutjahr an seinem Job? „Wenn ich am Abend im Auto sitze, nach Hause fahre und weiß, was wir geschafft haben.“

Text: Alexandra, Dorothea, Elisabeth, Merisa, Lara, Leni, Miradie, Nina, Philipp, Tim - aus der Journalismus AG 2018

Was geht? Eine ganze Menge geht in der Freizeit und das ohne Smartphone oder Konsole:

Wir stellen ungewöhnliche Hobbies für jedes Alter vor

Unser Hobby: Gardetanz - vor, während und auch nach Fasching

Sobald wir in der Garderobe sind, fängt die Nervosität an. Umgezogen, geschminkt, Haare gemacht und schon stehen wir auf der Bühne und geben alles. Doch bis dahin ist am selben Tag schon einiges passiert: Ab morgens um zehn sind wir im Trainingsraum, wir führen noch die letzten Veränderungen am Tanz durch, dann gehen wir alles noch mal durch. "Wir", das ist die Frankfurter Karnevalsgesellschaft (FKG) "Die Eulen", lauter Mädchen von zwölf bis 16 Jahren.

Bevor wir überhaupt auf die Bühne gehen, muss einiges vorbereitet werden. Wir ziehen uns um, die Trainerin und eine Mutter frisieren und schminken uns. Sobald wir fertig gestylt sind, dehnen wir uns und warten. Wahrenddessen sehen wir teilweise, wie die anderen Gruppen tanzen und hören, wie Eltern und Freunde im Publikum klatschen.

"Die Fragen, ob sie besser sind, ob ich selbst Fehler machen werde, wie ich mein Bestes geben kann, die sind quälend", gibt Miradie zu. Die Nervosität steigt. Endlich wird unser Vereinsname aufgerufen. Mit vor Aufregung kalten, schweißnassen Händen stehen wir auf der Bühne und die Musik fängt an. Das ganze Publikum klatscht im Takt und wir geben alles. Der Applaus ist der Grund, für den ich jedes Mal trotzdem mit Freude auf die Bühne gehe. Der Sonntag vor Rosenmontag ist der Tag, auf den sich alle freuen, denn es treffen sich alle Vereine Frankfurts, um durch die Stadt zu laufen, „hellau“ zu rufen und Süßigkeiten zu verteilen. Nach zwei Stunden Laufen kommt man am Römer an, wo der Auftritt der Garden im Fernsehen ausgestrahlt wird. Trotz des Winds und Regens müssen wir gut aussehen und kurze Kleider tragen. Nach Aschermittwoch fängt dann die Turniersaison an, dies bedeutet auch, dass wir fast an jedem Wochenende mehrere Stunden mit dem Bus fahren müssen, nur um zum Austragungsort eines Turniers zu kommen. "Doch sobald ich anfange zu tanzen", sagt Nina, "denke ich nur daran, dass ich meine Gegner schlagen muss, um aufs Treppchen zu kommen. Auch wenn ich mal nicht aufs Treppchen komme, motiviert es mich, mich das nächste Mal mehr anzustrengen. Obwohl man manchmal nicht mehr kann, motiviert uns der Applaus immer wieder aufs Neue." Miradie Gora und Nina Horvath 

Ungewöhnliche Sportarten - Parcours

Parcours ist eine Sportart, bei der es darum geht, sich mit eigener Körperkraft möglichst schnell und effizient von Punkt A nach Punkt B zu bewegen. Deswegen trainiert Parcours so gut wie alle Körperregionen, dazu auch die Kondition. Zudem hat man durch diese Sportart auch einen Nutzen im Alltag und auch trainieren kann man diese überall. Natürlich gibt es dafür auch Kurse mit professioneller Leitung. Um einen tieferen und besseren Einblick in die Sportart Parcours zu bekommen, habe ich meinen Klassenkameraden Jan Bihler interviewt, der diese Sportart in einem Kurs betreibt. "Parcours kann man so gut wie überall betreiben, also in der Halle und auch draußen", sagt Jan. "Das Trainieren lohnt sich aber auch, denn es gibt viele Wettbewerbe, auf denen man sein Können unter Beweis stellen kann." Diese können unter Freunden oder in einem Kurs stattfinden, aber auch es gibt sie auch auf internationaler Ebene, auf der große Preise winken. Auf die Frage, ob es denn anstrengend sei, antwortet Jan, dass es teilweise sehr anstrengend sein kann, da Parcours, wie oben gesagt, den gesamten Körper, die Kondition und die Ausdauer trainiert. "Trotzdem macht mir diese Sportart viel Spaß und ich kann sie weiterempfehlen." Doch für wen ist diese Sportart denn überhaupt überhaupt etwas? Auf diese Frage hat Jan eine klare Antwort. Denn Parcours ist nicht für jeden etwas. Man sollte trainiert sein, was sich nicht nur auf die Muskulatur bezieht, sondern auch auf die bereits genannte Ausdauer und Muskelkraft. Insgesamt sollte man sportlich sein. Zudem braucht man Ehrgeiz, denn bis man manche Erfolge erzielt, kann es dauern und auch manche Rückschläge geben. In Frankfurt und Umgebung könnt ihr Parcours zum Beispiel im Turnverein Eschborn 1888 e.V. ausprobieren. Er bietet auch Kurse an. Einen lebendigen Eindruck von der Dynamik gibt euch z.B. dieses Video. Dies war seine Zusammenfassung der Sportart Parcours, und ich hoffe, ich konnte euch diese nicht so berühmte Sportart näherbringen. Cedric Lehmann

Musik aus Instrumenten? Das war gestern!

Luca Quasebarth verdeutlicht uns, dass es auch anders geht, denn wenn er mit seinem Midikeyboard, Kopfhörern und einem Computer ans Handwerk geht, kann daraus ebenso nennenswerte Musik entstehen. Für die Homepage der Leibnizschule erzählt er viel über sein eher ungewöhnliches, aber doch aktuelles Hobby: „Es ist einfach meine Musik, die ich so gestalten kann, wie ich es mag!“ Das sei der stärkste Antrieb, der einen tüchtigen Produzenten durch eine „schwierige Anfangszeit“ bringen kann. Er selbst findet seine erst sieben- bis achtmonatige, dafür aber ständig sich erweiterende „Trap-Music“-Erfahrung "sehr gut". Der Satz zeugt auch davon, dass er vollständig hinter seiner Musik steht. Er versteht dennoch auch, dass es Leute gibt, die diese Art von Musik, die ja nur elektronisch produziert wird, vergrault, oder die sie gar nicht erst als Musik ansehen. „Das ist Ansichtssache“, sagte er.

Diese Meinung teilen viele. Nun zu seinem Arbeitsrhythmus: Er produziert diese Art der Musik fast täglich, wann er Lust und Laune dazu hat; er nutzt dafür das Programm „Logic Pro X“. Mit seinen Stücken ist er am Ende einer oder auch einmal zwei harter Arbeitswochen meist zufrieden, doch nicht alle Lieder lädt er auch hoch. "Inspirationen hole ich mir gern aus gehörten ,Trap'-Liedern, ein wenig auch aus anderen Genres", verrät er. Wer nun neugierig geworden ist, wie so etwas letztendlich klingt, kann sich das just erschienene Werk unter dem https://youtu.be/1Zk2KEqitUA Link anhören (Nicht verfügbar) und sich einmal auf die Kunst der digitalen Musik einlassen. Vielleicht gibt es bald weitere Interessenten, die auch Lust bekommen haben, nicht-instrumentelle Musik selber zu produzieren. Daniel Preißmann, 8D

Jeder Griff muss sitzen: Bouldern

Welchen Griff nehme ich als nächstes? Den roten - oder doch besser den gelben? Nee, doch den grünen und - hepp! - bin ich oben auf der Boulderwand.  Jetzt vorsichtig abklettern - Sprung! - und wieder unten am Boden. Bei drei bis vier Metern Höhe wird es einem doch ein wenig mulmig. Denn so hoch ist die Kletterwand mit den bunten, knubbeligen Griffmöglichkeiten bei der TGH (Turngemeinde Höchst). Spezielle Ausrüstung ist nicht nötig, man braucht nur Sportkleidung, bequeme Schuhe und ein bisschen Mut.

Ich bin Tim, 12 Jahre alt, und bouldere seit circa vier Monaten mit meinem Vater. Er ist kräftiger, aber ich bin viel leichter und gehe ihm schon fast bis zur Nase. Uns fallen immer kreativere Wege ein, die Wand hochzukommen - nur eine Farbe, nur ein Bein... Es gab anfangs schon ein paar Schwierigkeiten, aber die waren schnell überwunden. Es ist spannend und man kann sich immer neue Ziele setzen - oder die Wand umstecken! Die Räume der TG Höchst sind in der Hospitalstraße 34 zu finden. Um dort klettern zu dürfen, muss man Mitglied im Verein sein. Nähere Infos finden sich auf der Homepage: www.tg-hoechst.de. Spezielle Kurse fürs Bouldern gibt es nicht - man muss einfach ausprobieren. Tim Mahlo (6c).

Lacrosse, der schnellste Sport auf zwei Beinen

Eine Freundin erzählte mir kürzlich von ihrer neuen Leidenschaft zum Sport, und zwar zum Lacrosse Spiel, je mehr sie mir erzählte, desto neugieriger wurde ich. Also interviewte ich sie, um noch mehr über den mysteriösen Sport herauszufinden. Falls du noch nie etwas von Lacrosse gehört hast, ist das nicht schlimm. In Deutschland ist dieser Sport ziemlich unbekannt. Es gibt insgesamt nur 31 Mannschaften deutschlandweit. Das Spiel kommt ursprünglich von den Indianern und breitete sich dann in Kanada, Amerika und England aus. Der Lacrosse Bundesverband sitzt deshalb in Kanada. Er wurde 1867 gegründet. Aber mal schön von Anfang an: Was ist Lacrosse eigentlich? Lacrosse ist ein Ballsport, welcher auch als "das schnellstes Spiel auf zwei Beinen" bekannt ist. Es ist eine Mischung aus Football, Hockey und Fußball. Wenn man ehrlich ist, ist es laut, stickig und du hörst die ganze Zeit nur Gebrüll. Während du beim Spiel zuguckst, erinnert dich das Spiel an Hockey - nur auf dem Kopf. Der Ball wird geworfen, geschleudert, gefangen, gepasst und getragen und all das in nur wenigen Sekunden. Gespielt wird mit einer Art Hockeyschläger, der in einem Fangnetz endet, mit dem man den Ball auch ein Stückweit tragen und dann wieder werfen kann. Meine Augen kommen nicht mehr mit, der Ball ist gerade  noch hier und dann schon wieder beim nächsten Spieler. Plötzlich liegt jemand am Boden, er hält sich den Arm, wie es aussieht, wurde er stark von einem Gegner getacklet, aber schon steht er auf und es geht weiter.
Lacrosse ist nicht nur ein harter Sport für den Spieler, sondern ein noch härterer Sport für den Zuschauer. Es spielen zwei Mannschaften gegeneinander, Frauen spielen gegen Frauen und Männer gegen Männer. Das Ziel der jeweiligen Mannschaften ist es, einen Tennisball in das gegnerische Tor zu befördern. Das Einzige, was ein absolutes No-Go ist, ist den Ball mit den Händen zu berühren. Auf dem Feld sind bei den Frauen zwölf Spielerinnen und bei den Männern sind es zehn, dazu kommen die Ersatzspieler und -spielerinnen. Die Ausrüstung im Spiel ist ziemlich umfangreich, die Herren tragen beim Spiel eine komplette Schutzausrüstung (wie beim Football), da Körperkontakt erlaubt ist. Hingegen gehört bei den Frauen ein Mundschutz und Augenschützer zur Grundausstattung. Meine Freundin spielt in ihrer Mannschaft SC 1880 Frankfurt in der U16 und das seit sieben Monaten. Am besten gefällt ihr am Spiel, dass es ein richtiger Mannschaftssport ist. Und da viele Mädchen aus ihrer Schule auch bei ihr in der Mannschaft mitspielen, macht es doppelt so viel Spaß. Jetzt ist nur noch die Frage offen, ob wir bald Lacrosse anstatt Fußball gucken.☺     Dorothea Endl (7b) 

Hinter den Kulissen des Frankfurter Schauspiels: Kaum jemand war Romeo und Julia je näher

Unsere Tour beginnt an einem Hintereingang. Er ist normalerweise nur für Mitarbeiter und Schauspieler zugänglich. Er ist die Tür ins wahre Innere des Schauspiels Frankfurt, das dem Publikum normalerweise verschlossen ist. Dort werden wir von Herrn Boos, einem Theaterpädagogen, empfangen, der uns in die Cafeteria führt, in der das Team und auch Schauspieler essen. Zuerst einmal: Was macht ein Theaterpädagoge überhaupt?

Er hat viele Aufgaben. Sein Hauptziel besteht darin, uns Schülern das Theater schmackhaft zu machen. Deshalb führt er Schülergruppen durchs Theater oder organisiert Schülerstücke, bei denen man ab 14 Jahren mitmachen kann. Nachdem er uns einiges über seinen Beruf erzählt hat, werden wir durch das Theater geführt. Dort erfahren wir nicht nur, dass die sogenannte Theatersaison, also der Zeitplan für Theaterstücke, identisch mit unserem Schuljahr ist. Sondern wir lernen auch, dass im Schauspiel rund 1100 Mitarbeiter arbeiten, die sich um Kulissen und Technik kümmern. Diese werden auch gebraucht, um die 23 Meter breite Hauptbühne mit Technik und Kulissen zu versorgen.
Bis der Vorhang zum ersten Mal für die Premiere eines Stücks aufgeht, wurde in den Werkstätten schon monatelang gearbeitet. Die Schauspieler dagegen proben erst sechs Wochen vor der Premiere. Die Darsteller des Frankfurter Schauspiels sind angestellte Mitarbeiter, während das Team rundherum gemietet wird. Vier Wochen vor der Premiere unterschreiben die Schauspieler auch den Vertrag. Nun genug zu den Menschen hinter und vor den Kulissen, nun geht es auch um die Bühne.

Diese hat einen drehbaren "Schnürboden". Er dient dazu, Kulissen, die an "Schnüren", besser gesagt, an stabilen Seilen hängen, schnell wechseln und gut befestigen zu können. Die Bühne wird von 300 Scheinwerfern bis in den letzten Winkel beleuchtet. Dazu gibt es auch eine Unterbühne, die weitere Möglichkeiten eröffnet. Nun geht es zur Maske, einer der wichtigsten Abteilungen des gesamten Theaters. Diese muss für alles gewappnet sein, weshalb ein Schrank voll mit gewöhnlichen Perücken nicht ausreicht. Die Mitarbeiterin öffnet die Tür zu einer ganzen Kammer voller Haarteile. Es gibt Perücken in jeder Form und Farbe. Fast alle im Schauspiel verwendeten Perücken bestehen aus Echthaar. Zudem gibt es auch auf Perücken befestigte Wunden. Der Kreativität sind hier also auch keine Grenzen gesetzt.

Bei den Kostümen gilt das Gleiche. Es gibt insgesamt über 1000 Kostüme pro Spielzeit. Dazu werden auch immer wieder neue Kostüme angefertigt, alte aber auch wiederverwendet. Farben, Formen und Richtungen geben die Stücke vor. Doch nicht nur Perücken und Kostüme werden gebraucht. Das Schauspiel selbst hat einen eigenen Schuhmacher mit einem gigantischen Lager, das, wie auch bei Perücken und Kostümen, alles zu bieten hat.

Von normalen Alltagsschuhen bis zu den ausgefallensten Arten von Schuhen. Noch dazu eine Besonderheit: Das Schauspiel hat sogar einen eigenen Waffenmeister, der dafür sorgt, dass die künstlichen Waffen möglichst real wirken. Doch nicht nur künstliche Waffen werden gebraucht. Dennoch wird natürlich nicht scharf geschossen. All das Equipment kann selbstverständlich nicht im Schauspielgebäude gelagert werden. Dafür gibt es einen großen Kostümfundus im Industriegebiet.

Wenn Requisiten gar nicht mehr gebraucht werden, kann es auch sein, dass diese auf einer Versteigerung an den Meistbietenden verkauft werden. Nun werfen wir noch einen langen Blick in die Werkstätten. Dort kümmern sich die Mitarbeiter um die Gestaltung der Bühne, indem sie z.B. lebensechte Statuen oder fantastische Tierwesen aus Styropor herstellen. Dazu kommen auch noch teils gigantisch große, teils extrem detailliert gestaltete und ausgeklügelte Kulissen. Wenn all diese genannten Aspekte und Personen zusammenarbeiten, kommen die weltberühmten Interpretationen und Stücke des Schauspiels Frankfurts zusammen, die man sich in dem für 680 Menschen ausgelegtem Saal ansehen kann. Cedric Lehmann (7a) 

Romeo und Julia - Geschichte einer tragischen Liebe

Ihre italienischen Familien sind verfeindet, beide sind im Ort hoch angesehen, die Montagues und die Capulets. Geschrieben wurde das Drama von William Shakespeare im Jahr 1595. Am 12. Dezember sahen wir nicht nur das Stück im Theater, sondern wir blickten auch hinter die Kulissen. Mit einer Führung erkundeten wir das Schauspiel Frankfurt. Als erstes durften wir einen Blick in einen Perückenschrank werfen.

Dort gab es verschiedene Perücken in allen Farben und Längen. Wir durften sogar welche anfassen und bemerkten, dass sie aus echten Haaren bestehen. Es ging weiter zu der Werkstatt der Plastiker. Dort werden Requisiten meist aus Styropor gebaut. Wir waren sehr erstaunt, da alles sehr echt aussah. Ein riesiger Käfer und ein sehr realistischer Pharaoninnen-Kopf verschlugen uns die Sprache. Nun ging es weiter.

Wir gingen an einer Schneiderei vorbei. Leider durften wir keine Fotos machen, da die Kostüme für die kommenden Stücke ja ein Geheimnis bleiben sollen. Langsam machten wir uns auf den Weg zurück, weil das Stück bald anfing. Davor konnten wir noch eine kleine Pause im Bistro einlegen. Jedoch waren die Preise erstaunlich.

Das hatten wir noch nie gesehen: Die Bühne wurde durch eine Mauer getrennt. Ein Teil unserer Gruppe verfolgte das Stück auf einer Bühnenseite und ein anderer Teil auf der anderen Seite. Auf einer waren die Montagues - die Familie Romeos - und auf der anderen Seite die Carpulets - die Familie Julias. Damit wir auch wussten, was auf der anderen Seite geschah, gab es eine Liveübertragung mithilfe eines Beamers. Die Schauspieler konnten sehr gut spielen. Romeo und auch Julia klangen mal sehr traurig, mal konnte man ihre Liebe deutlich spüren, dann wieder war Romeo sehr wütend und verzweifelt. Nach eineinhalb Stunden näherten wir uns dem tragischen und traurigen Ende. Leider ging das Stück nicht so aus, wie wir es erhofft hatten. Trotz des späten Endes um 22.30 Uhr war es ein sehr interessanter und ereignisreicher Tag. Alexandra Darde und Lara Jüptner (7d) 

Was damals in Verona geschah: Das Drama kurz zusammengefasst

Wer sich die tolle Inszenierung am Schauspiel Frankfurt noch ansehen möchte, sollte den folgenden Text nicht lesen. So bleibt es spannend! Wer es dennoch jetzt wissen will: In dem Stück „Romeo und Julia“ von William Shakespeare, geschrieben im Jahr 1595, veröffentlicht 1597, geht es um zwei Familien (Montago und Capulet), die im Jahre 1558–1603 in Verona wohnen.

Die Familien sind erbitterte Feinde, trotzdem lieben sich Romeo Montago,18 Jahre alt, und Julia Capulet, 14 Jahre alt. Überstürzt heiraten die beiden in aller Heimlichkeit, die Trauung wird vom Bruder Lorenzo vollzogen, weil der Vater von Julia möchte, dass sie jemand anderen heiraten soll. Dagegen hofft Bruder Lorenzo, dass sich durch die Bindung von Romeo und Julia auch die beiden Familien aussöhnen mögen. Das Drama nimmt seinen Lauf, als Julias Cousin, Tybalt, Romeo auf offener Straße erkennt und ihn zum Duell auffordert. An seiner Stelle schickt Romeo seinen Freund vor, der schnell den Kampf verliert und stirbt. Romeo rast vor Wut, ersticht Tybalt und wird daraufhin aus der Stadt verbannt. Das lässt Julia verzweifeln und in ihrer Not wendet sie sich an Bruder Lorenzo, der ihrer Ehe mit Romeo den Segen gegeben hat. Lorenzo erkennt die Not der jungen Frau und weiß einen Ausweg: Er gibt ihr eine Art Zaubertrank, der bewirkt, dass Julia für einen ganzen Tag lang in eine Totenstarre verfällt und hernach völlig unversehrt wieder erwacht. An jenem Tag, an dem die Trauung zwischen Julia und dem Grafen Paris vonstatten gehen soll, wird Julia von ihrer Amme – vermeintlich – leblos in ihrem Zimmer vorgefunden. Die entsetzte Familie beschließt, dass ihre Tochter in der Gruft der Familie Capulet aufgebahrt werden soll, um ihr dort die letzte Ehre erweisen zu können. Das Ende: Romeo verschafft sich Zugang zur Gruft, er denkt, Julia hätte sich umgebracht, er beteuert seine Liebe und begeht kurz darauf Selbstmord -  während Julia langsam erwacht. Sie sieht ihn tot daliegen, nimmt das Messer und bringt sich damit selbst um. Nina Horvath (7b)

Die Dinos sind tot? Von wegen! Das Senckenbergmuseum erweckt die Urzeit-Riesen mit VR-Brillen wieder zum Leben

Fast jeder Frankfurter Schüler stand schon einmal Aug' in Auge mit einem Triceratops. Oder er hat seinen Fuß ungläubig mit dem eines Diplodocus verglichen. Kaum jemand wagt sich vorzustellen, wie es wäre, diesen Urzeit-Giganten life zu begegnen... Mit moderner Technik macht es das Senckenbergmuseum Frankfurt jetzt aber möglich, sich 206 bis 144 Millionen Jahre in das Zeitalter des Jura zurückzuversetzen. Die Journalismus-AG hat es für euch ausprobiert - und kann es wärmstens empfehlen!

Wer meint, er hat die Urzeit durch die Trickfilmserie "In einem Land vor unserer Zeit" voll durchschaut hat, der irrt sich. "In diesem Film hat ein T-Rex die Mutter des kleinen Diplodocus Little Foot getötet", erklärt Torsten Collet, der Museumspädagogen des Senckenbergmuseums. "Das aber kann gar nicht sein, weil die beiden Arten gar nicht gleichzeitig gelebt haben." Hm. Erste Illusion geplatzt. Nächster Patzer der Filmgeschichte, der echte Forscher nervt: "Jurassic Park". Denn, so Collet: "Vermutlich war der T-Rex überhaupt nicht so schnell, wie es dort dargestellt wird. Er hat vermutlich von Aas gelebt." Das konnte nicht mehr wegrennen. Der Mann hat Ahnung. Und so verrät er uns, dass man das Alter der Dinos durch die Radiocarbonmethode bestimmt und vor allem darauf achtet, in welcher Erdschicht die Fossilien liegen. "Woher weiß man denn, welche Farbe eine Dinohaut hatte?", fragt eine Schülerin. Das verraten zum Teil versteinerte Hautreste, meint Collet und zeigt dabei auf sein Lieblings-Dino-Modell eines Psitacosaurus. Dass der am Schwanz Borsten trug, haben auch die versteinerten Reste gezeigt. Wozu sie dienten, dürfen sich die Schüler selbst ausdenken. Wieder lenkt Collet den Blick der Besucher auf ein interessantes Detail: Das Maul eines T-Rex. "Was fällt euch auf?", fragt er. "Die Zähne sind alle unterschiedlich groß", meint ein Schüler. "Stimmt, das liegt daran, dass ihm die Zähne ständig nachgewachsen sind", erklärt Collet.

Langsam werden die Besucher aus der Leibnizschule dann doch unruhig. Zu gern wollen sie die VR-Brillen testen und steigen dafür nun in Zweier-Teams auf einen kleinen Balkon. Dort wartet ein weiterer Museumsmitarbeiter, setzt ihnen die Brillen auf und los geht die Zeitreise. Man blickt hinunter auf die Skelette im Lichthof, alle anderen Besucher sind auf einmal verschwunden, da wachsen urzeitliche Bäume, ein ganzer Urwald und - ein Diplodocus streckt auf einmal seinen Hals, um an einer Baumspitze grüne Blätter abzureißen. Leicht gruselig wird es, als er seinen Kopf in Richtung Balkon dreht und immer näher an das eigene Gesicht kommt... Dennoch ist diese Welt recht friedlich, denn durchs Unterholz flitzen nur ein paar kleinere Landbewohner. Nach zwei Minuten folgt dann der zweite "Film". Plötzlich bricht der Boden des Lichthofs nach unten weg, Wasser flutet die gesamte Halle, es steigt unaufhörlich, hat schon den Balkon erreicht, unwillkürlich überlegt man sich, wie man denn jetzt bitte weiteratmen soll...?! Mehr wird hier nicht verraten, der Besuch soll sich ja lohnen.

"Wir haben monatelang mit dem Filmteam zusammengearbeitet", betont Torsten Collet. Denn was die Besucher in virtual reality nun zu sehen bekommen, sollte nicht möglichst spektakulär, sondern möglichst realitätsgetreu sein. So steht die Schwanzflosse eines Meeresbewohners senkrecht - wie sein Skelett verraten hat. Das Ziel: Schnellerer Antrieb. Doch schaut es euch einfach selbst an. Die VR-Brillen kann man täglich von 11 bis 16 Uhr ausleihen, dieses Angebot kostet zusätzlich zum Eintritt 2 Euro für Erwachsene und 1 Euro für Kinder ab 6 Jahren. Coproduktion von Merisa Beganovic und Leni Michael aus der 7b mit Fr. Schirrmacher

Kriminelle Geschäfte mit fremden Computer-Daten - ein Besuch im Frankfurter Amtsgericht

Die beiden Brüder hatten ihre Idee für bombensicher gehalten. Geschäfte im Dark Net. Die Wege so verzweigt, dass niemand je auf ihre Spur kommen würde. Doch ihr "Big Deal" endete schon an Paketabholstationen der Deutschen Post. Das war in Kürze erzählt, was zwei Brüdern im Mai vor dem Frankfurter Amtsgericht vorgeworfen wurde. Einer von ihnen, Rene R., arbeitete als Computerfachmann und wartete fremde PCs. Dank seiner IT-Kenntnisse spionierte er bei der Wartung der Rechner Passwörter, Mailadressen, Kontoverbindungen seiner vertrauensseligen Kunden aus. Als er genug gesammelt hatte, verkaufte sein Bruder, Andre R., das Datenpaket für eine nicht unerhebliche Summe an einen Dritten. Dieser "Dritte" saß, als Zeuge geladen, sichtlich schwitzend und angespannt auf dem Flur. Er sollte später seine Aussage vor dem Richter verweigern. Denn auch Angeklagte haben in Deutschland das Recht, eine Aussage zu verweigern, wenn sie sich dadurch eventuell selbst belasten. Zurück zum Tathergang, der übrigens bereits 11 Jahre zurückliegt und damit kurz vor der Verjährungsfrist stand. Danach hätte kein Gericht die Angeklagten mehr verurteilen können. Wie ging es nun weiter. Der "dritte Mann" nutzte nun die Daten, um fröhlich gebrauchte Smartphones zu kaufen - häufig genügt dafür eine Kontoverbindung und eine Mailadresse. Er fand es vermutlich sehr bequem, dass der Kaufpreis nicht von seinem, sondern von einem fremden Konto abgebucht wurde. Da das Geld pünktlich beim Verkäufer einging, schöpfte dieser keinen Verdacht und schickte die Ware los - an eine Packstation. Hier jedoch endete der Deal mehrmals. Denn die Auslieferung an die Station war gesperrt. So oder ähnlich jedenfalls könnte es gewesen sein, der von den Betrügern beauftragte Bote wurde erwischt. Das Ende jedoch wurde dem Publikum im Zuschauerraum nicht wirklich klar. Denn nicht nur der Amtsrichter, sondern auch der Staatsanwalt ratterten alle Anklagepunkte und Informationen in einem atemberaubenden Tempo herunter. Diese Verhandlung zählte offensichtlich nicht zu den wichtigen, die Strafen fielen - aufgrund des veränderten Lebenswandels der beiden Betrüger und aufgrund der bereits verstrichenen langen Zeit seit der Tag - sehr milde aus. Beide kassierten Geldstrafen, die sie in Raten abstottern sollten. Coproduktion Nina Horvath (7b) und Frau Schirrmacher

Was ist Computerbetrug?

Computerbetrug liegt laut 263 StGB (Strafgesetzbuch) vor, wer über Tatsachen täuscht und einen Irrtum herbeiführt oder aufrechterhält. Eine Täuschung kann ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten erfolgen. Der Verkauf einer gebrauchten Ware mit verschwiegenen Mängeln, um einen besseren Verkaufspreis zu erzielen, verstößt gegen §263 StGB. Internetbetrug liegt vor, wenn z.B. ein Kunde etwas online bestellt und im Voraus bezahlt, aber die Ware nicht erhält. Ein Eingehungsbetrug liegt vor, wenn jemand so tut, als würde er sich auf ein Geschäft einlassen, dann aber nicht bezahlt. Einfacher Betrug kann mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden. Gewerbsmäßiger Betrug wird mit einer Freiheitsstrafe von sechs bis zehn Jahren geahndet. Die Betrugsopfer spielen eine wichtige Rolle. Die Verjährungsfrist liegt bei 5 Jahren bei einfachem Betrug. Diese Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, ab dem der Betrüger über das durch den Betrug erhaltene Vermögen verfügt, weil damit die Tat vollendet ist. Lara Jüptner, Alexandra Darde und Miradie Gora (7d)