Ran an die Taste! Ran an den Block!
Hier veröffentlichen Schüler und Schülerinnen ihre besten Texte
Dir ist eine spannende, lustige oder nachdenkliche Geschichte eingefallen und du willst sie dringend erzählen? Oder du hast etwas Interessantes, Ärgerliches, Schönes erlebt und du willst darüber berichten, weil du findest, dass das noch viele andere erfahren sollten?
Hier stehen die besten Texte, die entweder still zuhause oder in der Journalismus-AG von Frau Schirrmacher oder auch im Unterricht entstanden sind. Wenn du auch lernen willst, richtig gut zu schreiben, lies die Texte, lass dich inspirieren und komme in die AG.
Viel Spaß beim Schmökern!
Wie effektiv ist Digitale Mediennutzung? Adna Kamberovic hat nachgeforscht
In Deutschland nimmt die Digitalisierung immer mehr zu – vor allem seit der Coronakrise. Sie sorgte dafür, dass Schulen auf digitale Medien zurückgreifen mussten. Im Jahr 2017 nutzten laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung 50,1 Prozent der Lehrkräfte mindestens einmal wöchentlich digitale Medien für ihren Unterricht. Fazit: Im Jahr 2021 nahm die Zahl sprunghaft um 23,2 Prozent zu.
Die meisten Schulen digitalisieren seitdem ihren Unterricht und die Ausstattung immer weiter. Schüler fangen an, ihre IPads tagtäglich zu nutzen. Für viele ist das Tablet eine Bereicherung im Alltag. Es ist
praktischer, schneller und übersichtlicher als die üblichen Schulmaterialien. Man hat immer alle Materialien auf einem Gerät und kann jederzeit darauf zurückgreifen. Es ist simpel, Lern Apps und Webseiten zu finden und mit ihnen zu arbeiten. Apps wie Busuu, Anton oder GeoGebra vereinfachen das Lernen. Außerdem entwickelt man eine gewisse Medienkompetenz, was einem viel im Berufsleben bringen kann. Durch das Nutzen digitaler Medien kann man die Fähigkeit erlernen, Powerpoints zu erstellen und wichtige Programme wie Word und Excel zu verwenden.
Die Nutzung der digitalen Medien bringt viele positive Aspekte mit sich. Aber man darf die negativen Seiten nicht außer Acht lassen. Es kann zu Ablenkungen vom Unterricht durch das Verlangen kommen, andere Apps zu nutzen. Durch das tägliche Nutzen von sozialen Medien wird die Konzentration immer schwächer. Man schaut sich 15 Sekunden lange Videos an und ist daran viel zu sehr gewöhnt. Auf das Konzentrieren für 45 Minuten ist man kaum noch vorbereitet. Die Aufmerksamkeitsspanne und die Emotionen werden beeinflusst.
Man wird durch die verschiedenen Emotionen, die durch Videos geweckt werden, sehr viel stärker angesprochen als Unterrichtsinhalte das können. In der einen Sekunde schaut man ein herzzerreißendes Video, in dem Obdachlosigkeit beschrieben und eine traurige Lebensgeschichte erzählt wird – in der nächsten Sekunde lacht man über einen tanzenden Hund. Dies verwirrt das Gehirn und die Emotionen und man hat keinen Spaß mehr an Dingen, die die Emotionen nicht anreizen. Viele Schülerinnen und Schüler
haben damit zu kämpfen, sich 45 Minuten lang wirklich zu konzentrieren und mitzuarbeiten. Außerdem wird das Vertrauen zwischen Lehrerinnen, bzw. Lehrern und Schülerinnen und Schüler, durch die heimliche Nutzung anderer Apps verletzt.
Schließlich beschweren sich viele Schülerinnen und Schüler, wie unfair die Nutzung der künstlichen Intelligenz sei. Durch das Lösen der Aufgaben mit der KI vereinfachen viele von ihnen sich die Arbeit. Dies empfinden die Mitschülerinnen und Mitschüler als ungerecht, weil man sich bessere Noten erschleicht. Auch die Lehrkräfte sprechen sich gegen die Nutzung der KI aus. Es ist absolut unfair, sich Vorteile durch das Wissen einer KI zu erwerben, wohingegen andere tagtäglich für den Unterricht lernen.
Mein persönlicher Rat wäre immer: Erst selbst versuchen. Solange man selbst nicht seine Lernmethode findet und weiß, wie man vernünftig lernt, wird man nie vorankommen. Wenn man selbst etwas erreicht, eine gute Note zum Beispiel, ist man danach unfassbar stolz auf sich selbst und weiß, man hat alleine etwas geschafft. Ich sage nicht, dass die KI uns nicht weiterbringt, sondern dass sie in Maßen verwendet werden sollte. Beim Lernen kann sie bei richtiger Anwendung sehr hilfreich sein. Sich Merkhilfen oder Aufgaben von der KI erstellen zu lassen, bringt einen oft voran. Doch Aufgaben nur von der KI abzuschreiben, nützt absolut nichts. Dies merkt man vor allem dann in den Klausuren. Irgendwann merkt man, dass man zu faul ist, Aufgaben selbst zu erledigen. Also unbedingt aufpassen, in welchem Ausmaß man die künstliche Intelligenz nutzt.
Adna Kamberovic, 10a / Journalismus AG
Pokémon und Yu-Gi-Oh - Revival eines alten Trends
Ein alter Trend lebt wieder auf! Kinder und Erwachsene, Alt und Jung, Mann, Frau. Überall gibt es Personen die Karten sammeln. An unserer Schule gibt eine Vielfalt, in der sich Leuten ausleben können. Sie sammeln Karten, spielen damit und präsentieren sie stolz. Wir haben zwei Sammlerkarten Sammler interviewt, die Pokémon und Yu-Gi-Oh Karten sammeln.
Theon (8b) ist ein leidenschaftlicher Pokémon Sammler. Schon von klein auf hat er eine Vorliebe für Pokémon. „Es ist wie eine Sucht ´´, berichtet Theon, über das Sammeln, Spielen und Tauschen von Pokemonkarten.
Nicht nur Theon aus der 8b, sondern viele weitere spielen von Klein auf mit Pokemónkarten, es ist nicht nur ein wertvollere Rückzugsort für die Kinder und Jugendliche, sondern auch eine Hilfe, um mit anderen zu interagieren. Kinder merken aber auch früh, dass ihr Spaß teuer ist und es das Spielen Konsequenzen haben kann – je nachdem, ob man Karten gewinnt oder verliert.
Wie man Pokémon Karten spielt:
Zwei Spieler treten mit einem Deck, einem Stapel, aus je 60 Karten gegeneinander an. Ziel ist es, den Pokémon des Gegners kampfunfähig zu machen, indem man ihn mit einer stärkeren Karte angreift und den Gegner übertrumpft. So spielen die Kinder einerseits mit einer Strategie, wo oder was sie mit ihrer Karte tun, also ob sie angreifen oder die Karte erst einmal beiseitelegen, andererseits kommt es darauf an, welche Karte im Deck nun ist und welche Karte der andere Spieler im Deck hat. Jede Karte hat einen Wert, einmal im Spiel und dann noch preislich. Deswegen will man die Karten nicht verlieren
Als Jugendlicher und Erwachsener, bekommt man oft gesagt, dass es kindisch sei. Theon nahm Stellung zu dieser Aussage, er sagte, dass es in den USA ein weit verbreitetes und teures Hobby sei. Selbst im Lehrerzimmer gibt es Lehrer, denen das Spielen und Sammeln von Karten Spaß macht. Herr Müller-Hillebrand ist einer von ihnen und mag das Pokémon Sammeln, jedoch liebt er das Sammeln von Yu- Gi -Oh Karten noch viel mehr.
Herr Müller - Hillebrand ist ein leidenschaftlicher Yu-Gi-Oh Spieler. Wir durften ihm ein paar Fragen stellen – bei den Antworten kannte man seine Leidenschaft förmlich spüren. Der Mathe- und Physiklehrer besucht auch mal über ein ganzes Wochenende eine Yu-Gi-Oh Messe. Da tauschen Sammler Karten, kaufen und verkaufen und spielen sogar Duelle gegeneinander. Seinen Kindern wird er die Karten vererben und ihnen das Sammeln und Spielen auf jeden Fall beibringen.
So funktioniert das Spielen von Yu-Gi-Oh Karten:
Man stellt sich Yu-Gi-Oh! wie ein Duell zwischen zwei Zauberern vor, die mit Hilfe von Spielkarten Monster und Magie beschwören. Beide starten mit 8000 Lebenspunkten, und dein Ziel ist es, die Punkte des Gegners auf 0 zu bringen. Jeder Spieler hat ein verdecktes Deck und zieht daraus Karten auf die Hand. In deinem Zug darfst du meist ein Monster auf das Spielfeld legen, um damit anzugreifen. Es gibt zusätzlich grüne Zauberkarten für sofortige Effekte - wie Verstärkungen - und rosa Fallenkarten, die du verdeckt hinlegst, um den Gegner in seinem eigenen Zug zu überraschen. Wenn dein Monster stärker ist als das des Gegners, gewinnst du den Kampf, zerstörst seine Karte und ziehst ihm die Differenz als Schaden von seinen Lebenspunkten ab – hat er kein Monster zur Verteidigung, triffst du ihm direkt mit voller Kraft.
Im Großen und Ganzen bringen Sammelkarten die Gesellschaft enger zusammen. In der Schule interagieren Schülerinnen und Schüler aus allen Klassen durch die Karten. Es macht den Sammlern viel Spaß und Vergnügen und sie können so ihre Zeit verbringen, ohne auf Social Media zu sein, was ein großes Thema ist.
Als Zuschauer im Gericht: Mitgefühl für den Angeklagten - oder doch besser ein härteres Urteil ?
Die Journalismus AG der Leibniz-Schule besuchte im Jahr 2025 das Amtsgericht in Frankfurt am Main. Elma Tahirovic erklärt euch zunächst einmal, worum es in zwei aufeinander folgenden Handlungen überhaupt ging. Alle fanden es ,,super spannend, bei einer Verhandlung dazusitzen und zu erfahren, weshalb Personen angeklagt werden“. Interessant war anschließend besonders die Diskussion danach über die Frage: ,,Wie fandet ihr das Urteil?“ Die Meinungen spalteten sich - aber dazu kommen wir später. Warum saßen die beiden Angeklagten überhaupt vor dem Gericht?
Angeklagter Nr.1:
Wer ist er? Ein gebürtiger Moldawier, gelernter Installateur, der in Deutschland angeblich keine Arbeit gefunden hat.
Was hat er verbrochen? Er hatte gemeinsam mit seinem Cousin in Hamburg ein Auto aufgebrochen und wertvolle Autoteile verkauft. Daraufhin war er auf Bewährung verurteilt worden. Doch während seiner Bewährungszeit hat er in Frankfurt genau das Gleiche getan.
Welche Strafe hat er bekommen? Er hat eine Freiheitstrafe von eineinhalb Jahren erhalten.
Wie hat die Richterin das Urteil begründet? Sie gab ihm eine Freiheitstrafe, weil er unter Bewährung das Gleiche nochmal getan tat.
Angeklagter Nr.2
Wer ist er? Ein gebürtiger Eritreer, der in Fulda lebt. Er hat hier in Deutschland seinen Hauptschulabschluss absolviert.
Was hat er verbrochen? Er hatte bereits eine Bewährungsstrafe wegen Gewalt unter zu hohem Alkoholkonsum. Während seiner Bewährungszeit hat er sich nach dem Tod seines Bruders in einer Bar betrunken. Es kam zu einem lautstarken Streit, an dem er beteiligt war. Daraufhin ist die Polizei gekommen, gegenüber der er gewalttätig geworden ist. Auch ein Video mit ,,brutalen‘‘ Beleidigungen gegen die Polizisten wurde im Gerichtssaal gezeigt und das, was er dort gesagt hat, ist für die Zuschauer wie für ihn selbst echt erschütternd. Ein Polizist wurde sogar von ihm an den Kopf getreten und musste in die Klinik. Die betroffenen Polizisten waren anwesend, und der Angeklagte hat sich bei allen Anwesenden entschuldigt.
Welche Strafe hat er dafür bekommen? Für seine Tat hat er eine Freiheitstrafe von einem Jahr und einem Monat bekommen.
Wie hat die Richterin das Urteil begründet? Sie gab ihm die Freiheitstrafe, da er unter Bewährung den gleichen Fehler noch einmal begangen hat.
Hier folgen jetzt Ausschnitte aus der hitzigen Diskussion, die wir im Anschluss an die beiden Verhandlungen geführt haben - welche Position würdet ihr einnehmen?
Adna Kamberovic (10a): „Ich fand die Strafen eigentlich für beide Angeklagten fair. Bei dem Autodieb ist es wirklich schwierig. Ich fand es traurig, dass seine Familie in der Heimat jetzt ohne ihn leben muss, jedoch hat er zwei Mail die gleiche Straftat begangen. Da frage ich mich, ob er wirklich darüber nachdenkt. Denn würde mir jemand noch eine Chance geben, würde ich sie nicht vermasseln. Er hat die Chance bekommen, etwas in Deutschland aufzubauen, doch nutzt er die Chance nicht.
Beim zweiten Angeklagten, der gegen Polizisten aggressiv geworden war, fand ich die Strafe ein wenig zu streng. Er war völlig betrunken und wahrscheinlich mental kaputt vom Tod seines Bruders. Doch sich so zu betrinken, ist keine Lösung. Ja, er hat Schaden angerichtet, jedoch finde ich, man könnte ihm ein wenig Gnade zeigen. Ich finde, oft werden mentale Probleme bei solchen Fällen nicht beachtet.
Anissa El Yousfi (10a): „Ich fand die Bestrafung des Angeklagten aus Moldawien aus juristischer Sicht angemessen und fair, jedoch hat er mir aus persönlicher Sicht voll leidgetan, da ich mir andauernd die Frage gestellt habe, was in seinem Kopf gerade vorgeht. Ich war mir sicher, dass er sich richtig schlecht gefühlt haben muss und es am liebsten gar nicht gemacht haben würde. Ich habe mich auch ein wenig in ihm gesehen, da man sich manchmal wünscht, die Zeit zurückdrehen zu können, um seine Fehler zu beheben. Aber es geht einfach nicht.
Beim zweiten Angeklagten finde ich die Bestrafung viel zu hart. Ich finde auch, dass in seinem Fall ein langer Gefängnisaufenthalt sein Alkoholproblem nicht lösen wird. Er war ja schon einmal unter Alkoholeinfluss gewalttätig. Auch mit Bezug auf den Tod seines Bruder kurz vor seiner Tat, sollte man seine Strafe etwas vermindern. Er sollte vielmehr einen kurzen Gefängnisaufenthalt bekommen, dafür aber eine Alkohol-Therapie machen.
Emma K. Kusch (10): „Ich fand es sehr seltsam, dass die Autoteile, deren Ausbau jeweils einen Schaden von ungefähr 30 000 Euro verursachten, von dem ersten Angeklagten für nur etwa 2 000 Euro verkauft worden sein sollten. Das schien mir etwas unverhältnismäßig. Die mehrfache Erwähnung seines Kindes in der Heimat durch den Angeklagten erschien mir wie eine Ausrede, die auf Mitleid zielte. Es fiel mir anschließend etwas schwer, das scheinbar eingeschüchterte Auftreten des Angeklagten zu berücksichtigen, zumal er die Straftat in seiner Bewährungszeit begangen hatte.
Der zweite Angeklagte wirkte von seinem Auftreten her eher unsympathisch auf mich, was auch dazu beitrug, dass ich seine Entschuldigungen nicht als wirklich wahr empfand. Seltsam fand ich, dass – zumindest in dieser Verhandlung – nicht genauer auf den Tod seines Bruders eingegangen wurde. Der Angeklagte hatte diesen als Ursache für den Alkoholkonsum und sein daraus resultierendes gewalttätiges Verhalten angegeben. Trotzdem empfand ich seine Strafe im Vergleich zum vorherigen Fall als zu niedrig. Ich persönlich finde Körperverletzung persönlich schlimmer als Diebstahl, auch wenn im Fall davor hoher Sachschade entstand.
Romaissa Azoum (10a): „Ich bin der Meinung, dass die Strafen zum Teil gerecht waren. Beim ersten Angeklagten, dessen Strafe ich als gerecht empfinde, war es keine „spontane“ Tat, zu der er z.B. gezwungen wurde. Sondern hinter seiner Tat steckte ein durchdachter Plan. Zudem war der Schaden ja nicht gerade gering. Dazu kommt, dass er eine Ausbildung hat, mir der er etwas hätte anfangen können. Und dass er seit 2016 in Deutschland lebt und in dieser Zeit die Sprache hätte lernen können. Er machte im Gerichtssaal aber einen positiven Eindruck und wirkte so, als würde er sich schämen. Daher tat er mir, ehrlich gesagt, ein wenig leid.
Beim zweiten Angeklagten jedoch finde ich es etwas schwieriger. Er war stark alkoholisiert, was das Ganze komplizierter macht. Und er hatte kurz zuvor vom Tod seines Bruders erfahren. Alkohol legitimiert ein solche Tat natürlich nicht, dennoch spielt er eine große Rolle. Der Angeklagte machte vor Ort einen ziemlich ruhige, sogar schüchternen Eindruck. Nachdem ich aber dann das Videomaterial zu Gesicht bekommen hatte, wurde ich mir unsicherer. Er beschimpfte und beleidigte die Beamten auf üble Weise und ohne Unterbrechung. Dass er sich aber im Prozess bei jedem Beteiligten entschuldigte, fand ich wiederum gut. ABER: Adna und ich beobachteten kleine Unterschiede zwischen den Entschuldigungen. Beim ersten Zeugen, also einem betroffenen Polizeibeamten, fiel sie kurz, aber glaubwürdig aus. Beim zweiten war die Entschuldigung eins zu eins wie davor, was es wie präpariert und damit unglaubwürdig wirken ließ. Danach sah wir, wie der Rechtsanwalt seinem Mandanten etwas zuflüsterte, worauf wir gespannt warteten, wie er sich beim dritten Zeugen entschuldigen würde. Tatsächlich klang die dritte Entschuldigung ganz anders. Sie war viel ausführlicher, direkter, UND er erwähnte erst hier den Tod seines Bruders.
Den Anwalt fand ich aber cool 😊, dass er wirklich für seinen Mandanten gekämpft hat. Er hat einen guten Punkt angesprochen, nämlich, dass die angeblich spontane Kontrolle der Personalien bei Menschen mit seiner Hautfarbe selten ganz „zufällig“ ist. Dem stimme ich persönlich zu. Dennoch hatten in seinem Fall ja Anwohner die Polizei gerufen, weil sie einen lautstarken Streit auf der Straße beobachtet hatten.
Kurz: Ich hätte ihm vielleicht eine etwas kürzere Strafe gegeben, für eine genaue Zahl kann ich mich aber nicht entscheiden.
Neugieriger Blick durch den Bauzaun: Hier verschwindet ein Krankenhaus
Es ist Anfang August 2024. Der Abriss des alten Krankenhauses in Frankfurt-Höchst hat begonnen. Baustaub, Schutthaufen und Baumaschinen - doch was geht wirklich hinter dem Bauzaun vor sich? Seitdem wird entkernt und nun auch der Plattenbau abgetragen. Die Trümmer, die dabei entstehen, werden zu großen Haufen aufgetürmt. Diese dienen einerseits dem Lärmschutz, andererseits werden sie und weiterer Schutt später in die durch den Abriss des Krankenhauses entstehende Grube geschüttet, um diese zu füllen. Auf die daraus entstehende Fläche soll irgendwann ein Passivhaus-Krankenhaus gebaut werden.
Neuer Besuch. Es ist Ende April 2025. In der Zwischenzeit hat sich eine Menge getan. Wenn man jetzt zum alten Krankenhaus geht, hat man den Eindruck, hinter dem hohen Bauzaun einen verlassenen, trostlosen Ort vor sich zu sehen. Es stehen nur noch kahle Beton-Wände. Diese verschmelzen mit grauen Wolken und nur die Stiefmütterchen liefern einen kleinen Farbklecks. Aber der Eindruck des Stillstands trügt. Ganz im Gegenteil dazu sind die Abrissarbeiten in vollem Gang und man kann nahezu von Tag zu Tag dem fortschreitenden Abriss zuschauen. Zum anderen entdeckt man auf dem Abrissgelände Greifvögel und Krähen. Wenn man lang genug
wartet, kann man sogar erleben, wie sie versuchen, sich gegenseitig die Beute abzujagen.
Fußläufig circa acht Minuten von der Abriss-Baustelle entfernt liegt das Grundstück, auf dem bereits das neue Krankenhaus steht. Die Patienten dort werden in einem Passivhaus versorgt - dieses ist sogar das erste der Welt! Falls ihr euch jetzt fragt, was ein Passivhaus ist, kommt hier die Erklärung: Häuser dieser Art gewinnen Wärme fast ausschließlich aus „passiven“ Quellen, wie z.B. Sonneneinstrahlung. Außerdem werden sowohl Energiebedarf als auch Wärmeverlust möglichst geringgehalten, und zwar durch effiziente Wärmedämmung, spezielle Fenster, eine luftdichte Gebäudehülle sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Bei dem bereits entstandenen Gebäude bedeutete diese andere Bauweise allerdings eine Mehrinvestition von sechs Prozent, also von ca. 15,6 Millionen Euro. Dafür spart das neue Krankenhaus aber rund 80 Prozent an Gas im Jahr.
Um die speziellen Anforderungen an das Krankenhaus erfüllen zu können, gab es schon im Voraus detaillierte Messungen. Zum Beispiel muss gewährleistet werden, dass in einem Krankenhaus alles steril gehalten werden kann. Bakterien sollen sich durch die Umwälzung der Luft im geschlossenen Haus nicht verteilen. Auf den bereits entstandenen 79.000 Quadratmetern Krankenhausfläche gibt es bisher 675 Krankenhaus-Betten und zusätzlich 40 Plätze in der Tagesklinik. Und falls ihr euch selbst einen Eindruck der aktuellen Lage verschaffen wollt, hab' ich einen Tipp für euch: Durch die Astlöcher im Bauzaun hat man einen tollen Blick auf die Abbrucharbeiten.
Text und Bilder: Emma K. Kusch